Nach Rudolf Steiner stammt der Mensch nicht von den Tieren ab, sondern existierte als geistig-seelisches Wesen bereits zu Beginn der Erdentwicklung und hat die Tiere im Verlauf der Evolution aus sich herausgesondert. Die Tiere sind einseitige Verhärtungen ursprünglich menschlicher Leidenschaften, während im Menschen das Urbild des Tierreichs physisch verkörpert erscheint. Im ersten der hier zugänglich gemachten Aufsätze wird diese Sicht Steiners umfassend dargestellt, im zweiten aus verschiedene Blickwinkeln erläutert und begründet.

 

»Alles Niedere hat sich aus Höherem herausentwickelt« - Rudolf Steiners Auffassung der Evolution von Mensch und Tier (I)

 

Rudolf Steiners Sicht der Evolution ruht wie die der Naturwissenschaft auf einer empirischen Grundlage, allerdings nicht nur auf sinnlicher, sondern vor allem auf spiritueller Erfahrung. Steiner nahm die naturwissenschaftlichen Fakten und Zusammenhänge – wie sie von Darwin und Haeckel beschrieben worden waren – auf, deutete sie aber vollständig anders. Aus seiner Sicht hat sich nicht der Mensch aus den Tieren entwickelt, sondern umgekehrt. Physisch ist er in seiner heutigen Gestalt allerdings als letzter auf der Erde erschienen, geistig gesehen existierte er jedoch für Steiner von Anfang der Erd- (ja, der Welt-)entwicklung an und hat die Tiere aus seinem Wesen nach und nach herausgesondert. Auf der Grundlage des Ausgesonderten konnte er zuletzt selbst physische Gestalt annehmen. Und in dieser Gestalt drückt sich das Urbild des geistigen Menschenwesens aus. Steiner war der Meinung, dass diese spirituelle Evolutionslehre berufen sei, an Stelle der darwinistischen zu treten.

"Man muss die Natur aus dem Menschen erkennen" - Rudolf Steiners Auffassung der Evolution von Mensch und Tier (II)

 

Wie und warum haben sich Menschen auf der Erde entwickelt? Seit Charles Darwin scheint diese Frage prinzipiell geklärt zu sein. Fragt man aber einzelne Menschen, ob sie wirklich glauben, dass sie ein Produkt des Zufalls sind, so fällt die Antwort oft nicht so eindeutig aus. Rudolf Steiner bietet zu dem letztlich trostlosen Darwinismus eine auf spiritueller Anschauung beruhende Alternative. Nach Steiner existierte der Mensch geistig schon von Anfang der Erdentwicklung an und hat die Tiere nach und nach aus seinem Wesen herausgesondert. Durch die aufsteigende Tierreihe bildete sich eine körperliche Organisation aus, in der zuletzt der Mensch auch in physischer Gestalt erscheinen konnte. Damit verkörpert er nicht nur sein eigenes, sondern auch das wirkende Urbild des gesamten Tierreiches. Wie kann diese Idee denkbar werden?

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»Alles Niedere hat sich aus Höherem herausentwickelt« Rudolf Steiners Auffassung der Evolution von Mensch und Tier I
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Man muss die Natur aus dem Menschen erkennen Rudolf Steiners Auffassung der Evolution von Mensch und Tier II
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